Wie ist die KOM-IN-Bibel entstanden

In den neunziger Jahren wurden Arbeitstplätze für Blinde verstärkt mit PC's ausgestattet die durch Erweiterungen den Bildschirminhalt tastbar oder hörbar gemacht haben. Blinden ermöglichte dies eine bessere Integration in die Berufswelt. Über die beruflichen Anwendungen hinaus war es Blinden nun aber auch möglich PC-Anwendungen zu Hause zu nutzen.

Es öffnete sich gewissermasen eine neue Welt. Erstmals waren Texte für Blinde verfügbar, die in den Blindenschriftbüchereien nicht vorhanden waren. Darüber hinaus gab es kein Platzproblem wie bei der Bibel. Schließlich füllt die gesamte Bibel in Punktsschrift ca 1,5 m eines ca. 60 cm hohen Regales.

Was lag also näher, als die bereits erhältlichen PC-Bibel-Programme zu testen? Schnell stellte sich jedoch heraus, dass blinde PC-Benutzer damit nicht gut zurechtkamen. Die besonderen Zusatzgeräte, wie die sog. Braillezeile zum Ertasten des Bildschirminhaltes stellten oft gerade nicht die wichtige Bildschirmzeile dar. Oder die Benutzer gelangten nicht an die nötigen Schaltflächen und Menüs.

Das war der Ausgangspunkt ein eigenes Programm für die Bibel zu entwickeln. Der blinde Günter Wild hatte darin schon Erfahrung, war doch der von ihm geschaffene "Dateilister" fester Bestandteil elektronischer Blindenzeitschriften der "Interessengemeinschaft sehbehinderter und blinder PC-Benutzer". So entstand ein Programm, mit welchem die gesamte Bibel nach der alten Übersetzung der Elberfelder Bibel durchsucht und gelesen werden konnte.

Die elektronische Bibel benötigte das damals gängige Betriebssystem DOS. Das Programm fand schnelle Verbreitung und der Wunsch nach einem modernen Bibeltext führte zur Kooperation mit dem Brunnen-Verlag Gießen. Es entstand eine zweite verbesserte Version in der Übertragung "Hoffnung für alle", die auch über das Verlagsprogramm beziehbar war.


In diesem Video erklärt Günter Wild die Bedienung des Programms.

Verbesserungen und Veränderungen zeigen sich nirgends so schnell und deutlich wie in der Computerwelt. Immer mehr blinde PC-Nutzer arbeiten nun mit Windows-PC's. Darauf funktionierte die elektronsiche Bibel nur eingeschränkt. Günter Wild nahm jedoch die Herausforderung an, und arbeitete sich in neue Programmiertechniken ein.

Herausgekommen ist nun ein Programm, mit dem verschiedene Bibelübersetzungen gleichzeitig genutzt werden können. Es ist nicht mehr nötig das Programm zu schließen, wenn man statt der "Hoffnung für alle", den Text in der Elberfelder Bibel suchen möchte. Jetzt ist es sogar möglich z.B. aus dem Lukasevangelium Kapitel 6 Vers 20 die Seligpreisungen in der Lutherübersetzung zu lesen, und dann an die gleiche Stelle in der Übertragung nach „Der Hoffnung für alle“ zu wechseln. Das universelle Programm heist nun "KOM-IN-Bibel". In der Komplettversion wird sie mit vier Übersetzungen ausgeliefert: Luther 1984, Hoffnung für alle, revidierte Elberfelder Bibel, Schlachter Übersetzung 1951.

Unterstützt durch:
Evangelische Kirche in Deutschland EKD

Deutsche Bibelgesellschaft Deutsche Bibelgesellschaft

Genfer Bibelgesellschaft Genfer Bibelgesellschaft

SCM-Verlag SCM Brockhaus

biblica biblica

Brunnen-Verlag Brunnen-Verlag

Augenoptik Melle, Saalfeld Augenoptik Melle, Brudergasse 7, 07318 Saalfeld, Tel: 03671 - 35087